[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

[Rezension] Zeitlose – Doras Erwachen von Eva-Maria Obermann

Ich respektiere die liebe Eva nicht nur als großartige Autorin und Bloggerkollegin, sondern zähle sie auch als Freundin. Nachdem ich bei einer Leserunde Band 1 der Zeitlose Reihe gelesen hatte, war klar: Ich muss wissen, wie es weitergeht! Das Buch von der lieben Eva übrigens als Rezensionsexemplar geschenkt bekommen, aber leider bin ich erst jetzt dazu gekommen, es zu lesen.
Ob es den ersten Teil übertreffen konnte? Die Leseprobe zum Buch habe ich übrigens anlässlich des Erscheinens vertont.

Eva-Maria Obermann: Zeitlose 2 – Doras Erwachen


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  • Autorin: Eva-Maria Obermann
  • Titel: Zeitlose – Doras Erwachen (Band 2 der Zeitlose Trilogie)
  • Verlag: Schwarzer Drachen Verlag
  • Genre: Urban Fantasy, Romantik
  • 314 Seiten, Taschenbuch: 14,90€ | Ebook: 6,90€
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Worum geht’s?

Dora ist nach den Ereignissen um Nathan, Fiona, Simeon und Nancea aus dem ersten Band sehr verwirrt. Sie weiß nicht mehr, was ihre Träume oder Gefühle sind und wer sie selbst ist. Oder wer sie sein möchte? Mit der Hilfe ihrer besten Freundin Anna und deren Partner Carl, versucht sie ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Doch anstatt von Nancea zu träumen sieht Dora nachts nun die Bilder und Geschichten anderer Frauen, die ebenfalls von Nancea träumten. Und die meisten von ihnen starben eines schrecklichen Todes. Dora spürt, dass es noch nicht vorbei ist und als sie den Mädchen auf den Grund geht, muss sie sich unweigerlich wieder mit Nathan auseinandersetzen. Außerdem steht Oscar vor der Tür und will eine zweite Chance. Unverhoffte Hilfe findet sie in einem kleinen mysteriösen Buchladen in den Gassen Mannheims…


 

Meine Meinung:

Der erste Band endete zwar nicht mit einem fiesen Cliffhanger, aber ich war doch sehr neugierig, wie es weitergeht. Einige Fragen blieben ungeklärt und vor allem Doras Leben war ordentlich durcheinander gewürfelt. Damit hatte sie in der ersten Hälfte auch ordentlich zu kämpfen. Panikattacken, soziale Isolation, depressive Züge – Dora hatte es nicht leicht, doch ihre liebenswerte Mitbewohnerin Anna und deren Freund Carl waren stets an ihrer Seite um Dora aufzubauen.

Nach allem, was Dora durchmachen musste, fiebert man mit ihr und wünscht sich so sehr, dass sich alles zum Guten wendet. Im ersten Teil war ich definitiv für ihren Oscar, doch im zweiten Teil merkte man deutlich, dass er aufdringlich ist und Dora nicht den Freiraum lässt, den sie braucht. Auch Nathan war keine große Hilfe, denn wenn er auftrat, brachten seine Handlungen Dora noch mehr durcheinander.

 

Turbulente Träumerei

Anstatt von Nancea und Simeon zu träumen, wurde Dora nun von anderen Visionen heimgesucht. Körperlich einnehmende und viel zu reale Träume von den Mädchen, die ihr Schicksal teilten und meist eines unglücklichen Todes starben. Mädchen, die es nicht geschafft hatten, Nancae und Simeon zu retten oder loszulassen, die von den Träumen aufgefressen oder in den Wahnsinn getrieben wurden. Dora spürt, dass diese Träume wieder etwas bedeuten, doch sie verschließt sich, will flüchten. Ihre Verletzlichkeit und ihre Erschöpfung wurde hier deutlich, jedoch hat mich in der ersten Hälfte des Buches ihr Unwillen etwas zu verändern, sich Hilfe zu holen (außer von Freundin Anna) oftmals aufseufzen lassen. Sie versank in Gedankenspiralen und Selbstmitleid, sodass es Dora selbst und mir als Leserin irgendwann ein wenig auf die Nerven ging.

Aber sobald Dora über die Schwelle von Elisabeths Buchladen stolperte, nahm das Buch Fahrt auf. Dora erwachte aus ihrer Ohnmacht und begann, endlich wieder zu forschen, zu hinterfragen und zu agieren. Die vielen Offenbarungen und neuen Erkenntnisse, die Entwicklung der Träume und ihrer Bedeutung fand ich total spannend. Immer wieder Erinnerungsschnipsel gemischt mit dem langsame Vortasten – das war superspannend. Dass dabei Doras Privatleben – also Oscar, der um eine zweite Chance bettelte; ihre Freundin Anna und deren Probleme; die Uni – nicht komplett ausgeblendet wurde, fand ich sehr gut und realistisch. Außerdem hat es die Spannung nochmal gekitzelt, wenn Dora nicht weiterforschen konnte, sondern sich anderen Dingen widmen musste.

Das Leben kommt einem eben oft dazwischen.

Das Finale war wiedereinmal grandios konstruiert – wie es sich langsam zugespitzt hat, dann die Offenbarung wie ein Knall und ein Showdown. Das Ende vom zweiten Band ist deutlich fieser als von Band 1. Denn mit all den gewonnen Erkenntnissen und den großen Schritten in die richtige Richtung ist Dora nicht nur erwacht, sondern voll in Aktion. Und das ist einfach nur cool!

Einfach traumhaft!

Evas Schreibstil ist eine angenehme Abwechslung. Sie schafft es gefühlvoll und intensiv zu schreiben, ohne Kitsch und Überdramatisierung. Auch Alltagshandlungen, Essen, Gerüche, Sinneseindrücke webt sie mit Leichtigkeit in die Geschichte ein, zeichnet lebendige Charaktere und Bilder im Kopf.

Während es in Band 1 vor allem um Nancea und Simeon ging, lernen wir in Band 2 die eigentliche Heldin Dora besser kennen. Und ihre Entwicklung ist wirklich großartig. Wie sie ihren Weg geht, sich sucht, zweifelt, liebt und auch mal schlechte Entscheidungen trifft – das fand ich großartig. Aber es wird auch klar, dass die Unterstützung guter Freunde unabdingbar ist. Und solche Freunde wie Anna und Carl kann man sich einfach nur wünschen. Deswegen hat es mich sehr gefreut, dass auch die beiden ihre Zeiten im Buch hatten. Die Probleme und Sorgen der anderen Charaktere gingen nicht unter, auch wenn Dora oft mit sich selbst beschäftigt war. Die innige Zuneigung und das Band der Freundschaft zwischen Anna und Dora wurde deutlich.

Originelle Entwicklungen

Für eine traumhafte Urban Fantasy/Romantasy Geschichte geht „Zeitlose“ neue Pfade. Mannheim und unsere Zeit als Schauplatz sind der Anker, der uns nach den traumhaften Sequenzen daran erinnert, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben. Realen Menschen, die lieben, leiden und sterben. Dora ist eine erwachsene Frau mit Zielen, Wünschen, aber auch Verpflichtungen. Die treten keinesfalls in den Hintergrund, nur weil übersinnliche Träume oder Ereignisse sie heimsuchen. Die Arbeits- bzw. Uni-Welt hat nicht so viel Verständnis und lässt nicht so viel Zeit für Nachforschungen und Träumereien. Realistik in einem sonst verträumten Roman. Und soll ich euch was sagen? Das finde ich sehr gut. Viel zu oft läuft Urban Fantasy nach einem Schema ab, dass mit Auftreten den Love Interests oder der Schwierigkeiten alles egal wird – Arbeit, Miete, Essen, Familie, alte Freunde, Wäsche waschen. Nur, weil wir Magie haben, löst sich das Ganze in „Zeitlose“ nicht von Zauberhand auf, sondern bereitet den Charakteren eben zusätzlich Probleme. Diese Prise Realismus macht „Zeitlose“ für mich zu einer erwachsenen und besonderen Reihe.

Wer ungewöhnliche romantische Urban Fantasy Geschichten mit Träumen und Geheimnissen mag, kommt voll auf seine Kosten. Alle Fans von klischeehafter Liebe-auf-den-ersten-Blick und dem linearen Schema von Liebesgeschichten mit viel Fluff, Gepimper und Gesülze sollten lieber die Finger von „Zeitlose 2“ lassen.

Fazit:

Die erste Hälfte war durch Doras innere Konflikte ein klitzekleines Bisschen zäh, aber ab der zweiten Hälfte nahm die Geschichte wie gewohnt Fahrt auf und das rasant. Evas sanfter, malerischer Schreibstil, ihre gefühlvollen und aufmerksamen Beschreibungen machen das Buch zu einem Lesegenuss! Das Ende lässt mich neugierig und aufgekratzt zurück. Ich kann es kaum erwarten, bis Band 3 erscheint!

Weitere Meinungen:

 


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